Der Spürhund


Alle Hunde, die in Spezialfächern ausgebildet werden, benötigen als Grundvoraussetzung das erfolgreiche Absolvieren der Fährtenspür-Prüfungen. Nur Diensthunde, die über eine hohe Kondition, ein sehr hoher Beutetrieb und eine lange Triebbeständigkeit verfügen, eignen sich zur weiteren Ausbildung. Es gibt die Spezialisierung als Rauschgift-, Sprengstoff-, Geruchspurenvergleichs-, Brandmittel und Leichenspürhund. Diese Eignung wird in speziellen Auswahlverfahren mit sehr anspruchsvollen Aufgaben im Gelände getestet. 

Leichenspürhunde

Leichenspürhunde sind in der Lage, sowohl Leichen als auch Leichenteile zu finden. als auch Flächen zu identizifieren, auf denen solche gelegen haben. Diese Hunde werden daher vor allem für die Suche nach versteckten oder vergrabenen Leichen eingesetzt.

Eine Spezialrichtung der Leichensuche ist die Suche nach Gegenständen, die mit Blut unterschiedlichsten Alters- und Verwesungsstadien in Berührung gekommen sind. Dies ist besonders für die polizeiliche Arbeit interessant, da die Hunde auch unter sehr schwierigen Voraussetzungen in der Lage sind, das Blut zu finden und anzuzeigen. Die Hunde können im Gelände die Leichen durch Hautabrieb- und Blutspuren an Büschen finden.

Blut kann in jedem Stadium - also auch direkt nach dem Austreten - vom Hund gefunden werden. Dagegen können Hunde den Verwegsungsgeruch nicht direkt nach Eintritt des Todes wahrnehmen , sonders erst nach wenigen Stunden bis hin zu 1 bis 2 Tagen - abhängig von Luftfeuchtigkeit und Temperatur. 

Die Ausbildung

Zu Beginn wird der Hund auf ein Spielbringsel konditioniert, das mit menschlichem Verwesungsgeruch unterschiedlichen Alters behaftet ist. Dies Bringsel braucht kein Plastikrohr zu sein, da es anders als bei Sprengstoff- oder Drogenhunden keinerlei Gefahren für den Hund beim Aufnehmen gibt. Später wird an anderen Gegenständen und Bekleidungsstücke trainiert. Dabei ist auch hier die Grundlage der Ausbildung der Spiel- und Beutetrieb des Hundes.

Nach der Gegenstand versteckt oder vergraben worden ist, spürt der Hund es auf und zeigt seinem Hundeführer durch aktives Bellen, Kratzen, Graben oder Verbellen den Fund an.

Die Spezialausbildung umfasst 50 Arbeitstage.

Zunehmend wird bereits in die Ausbildung nicht nur die Spürarbeit am Boden, an Fahrzeugen oder Gebäuden geübt, sondern auch die Wassersuche trainiert. Diese Hunde werden zu speziellen Wasserleichenspürhunden ausgebildet. Der Hund lernt, die Leichen oder Leichenteile, die sich in einem Gewässer oder in Ufernähe bedinden, durch aufsteigende Gase zu finden und anzuzeigen. Inzwischen können Hunde auch von einem langsam fahrenden Boot aus Leichengase riechen. 

Einsatz

Leichenspürhunde sind bis heute noch relativ selten. So gibt es auch zahlreiche Anfragen bzw. Anforderungen aus dem Ausland. Meist findet das Team (Hundeführer und Hund) große Flächen vor, die einen entsprechenden Zeitaufwand erfordern. Da der Hund, die Höchstleistung, die von ihm gefordert wird, nur über einen begrenzten Zeitraum bringen kann, arbeitet der Hundeführer meist nacheinander mit zwei Hunden. 

Minensuchhund

auch Mine Detection Dogs - kurz MDD - genannt

Nach der Beendigung von Kriegen sind Landminen-Felder für die Zivilbevölkerung lebensbedrohlich. Das Auffinden der Minen wird heute häufig durch Hunde durchgeführt. Zum einen sind Hunde in der Lage, so niedrige Konzentrationen verschiedenster Substanzen aufzuspüren, dass sie noch heute die meisten technischen "Schnüffler" übertrumpfen. Außerdem sind sie sehr gründlich, kostengünstig und schnell einsetzbar.

Der Einsatz

Der Minensuchhund kann sowohl Explosivstoffe, die im Boden vergraben sind oder sich im Schnee oder unter Wasser befinden, aufspüren. Auch Munition, Munitionsteile oder Blindgänger gehören dazu, solange an ihnen Reste dieser Stoffe vorhanden sind.

In Gebieten mit sehr dichter oder hoher Vegetation ist der Einsatz von Minensuchhunden erschwert, da der Hundeführer keine dauerhafte Kontrolle über den Hund hat.

Bei Verdacht auf ein Minenfeld wird der Hund zunächst zur Eingrenzung des Minenfeldes eingesetzt.  Nach der Festlegeung der Grenzen können Sicherheitszonen eingerichtet werden. Zunächst wird das Gebiet dann mit Hilfe von Metalldetektoren mechanisch geräumt.

In den Einsatzgebieten gibt es sogenannte sichere Wege (safe-lanes) von ca. 1,20m Breite, auf denen sich der Hund mit seinem Hundeführer bewegt. Von hier aus schickt nun der Hundeführer seinen Hund in vorher festgelegte Quadrate (ca. 10x20m). Je nach Vegetation arbeitet der Hund frei oder an einer 10 Meter langen Leine. Der Hund arbeitet nun Quadrat für Quadrat ab, wobei er entweder die Fäche durchstöbern muss oder das Quadrat in Linien von oben nach unten oder von rechts nach links durchsucht. Die Suchrichtung wird an die Windrichtung angepaßt. Wichtig ist bei beiden Suchtechniken, dass der Hund die gesamte Fläche durchsucht hat. Im Anschluss wird nun ein zweiter Hund durch das Gebiet geschickt. Erst danach wird das Gebiet als sicher erklärt.

Ausbildung

Während der Ausbildung sollten weder der Hundeführer noch andere anwesende Personen Parfüm oder After Shave bnutzen. Auch Rauchen ist untersagt, um die gesuchten Gerüche nicht zu überlagern. Die Arbeit der MDDs ist sehr gefährlich und erfordert höchste Konzentration, so dass sehr viel Wert auf die Harmonie des Teams gelegt und der Hund für keine andere Arbeit ausgebildet oder eingesetzt wird.

Zunächst wird für die Ausbildung ein hohles Spielzeug benutzt, das an den Seiten verschlossen werden kann. Besonders wichtig ist, dass die Einführung des Spielzeugs für den Hund aufregend und spannend ist, erst dann wird das Spielzeug mit Watte und dem Zielgeruch gefüllt. Auch der Besitzttrieb wird gefördert. Kommt der Hund mit diesem Spielzeug gut zurecht, wird dieses durch eine Hartplastik-Röhre ersetzt. Nachdem der Hund sein Spielzeug verlässlich findet, wird dieses so versteckt, das der Hund es kaum erreichen kann. Danach beginnt das Training des korrekten Anzeigens. Die Zeitabstände zwischen Verstecken und Suchen werden nun immer mehr vergrößert. Häufig wird der Hund an vorgefertigten Minenfeldern trainiert.

Ausbildungsziel

Der Hund durchsucht auf Signal seines Hundeführers unter dessen ständiger Kontrolle ein festgelegtes Areal auf Explosivstoffe. Er darf sich bei seiner Suche nicht von äußeren Einflüssen ablenken lassen. Ist das Objekt gefundene zeigt der Minensuchhund es durch  "Vor"-sitzen  (der Hund sitzt zwischen Mine und Hundeführer) und darf diesen Platz erst nach Rückruf oder Abholung verlassen.

Die Minensuchhunde werden in Zeitraum von sechs Monaten regelmäßig offiziell geprüft.

Block Statistik

Anz. Hunde: 118009
Anz. Züchter: 160
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