Die Sexualität von Hündin und Rüde


 

Die Sexualität der Hündin

Eine Hündin ist ca. ab dem siebten Monat geschlechtsreif und wird dann in der Regel zweimal im Jahr läufig. Die Läufigkeit dauert zwei bis drei Wochen. In dieser Zeit wird die Hündin unruhig. Sie blutet aus der Scheide. Anders als bei der Menstruation der Frau handelt sich bei der Hündin um die fruchtbaren Tage. In der Zeit der Läufigkeit reifen die Eizellen heran. Der Eisprung findet dann nach dem 8. bis 20. Tag statt. Sobald der Ausfluss nur noch fleischwasserfarben ist, beginnen die fruchtbaren Tage und nur in dieser Zeit duldet die Hündin den Aufsprung des Rüden. Die Trächtigkeit dauert gerechnet vom 1. Deckakt bis zur Geburt 58-72 Tage.

Es gibt drei Möglichkeiten, die Trächtigkeit einer Hündin zu unterbinden: 
  • die Kastration
  • die Sterilisation

  • die Verhütungsspritze

Kastration

Bei der Kastration werden die Eierstöcke und ein großer Teil der Gebärmutter entfernt.

Vorteil:

  • Die Kastration ist die wirkungsvollste Lösung, auf Dauer neben der Trächtigkeit auch Läufigkeit und Scheinträchtigkeit zu verhindern. Außerdem stellt sie eine vorbeugende Maßnahme gegen Brust- und Gebärmutterkrebs sowie Gebärmutterentzündung dar.

Nachteil:

  • Die Hündin neigt nach der Operation zur Fettleibigkeit. Dieser kann mit einer ausgewogenen Ernährung und gezielter Bewegung entgegengewirkt werden. Es besteht zudem die Gefahr der Inkontinenz. Diese ist umso größer, wenn die Hündin beim Eingriff jünger als zwei Jahre ist. Die Kastration ist irreversibel.

Sterilisation

Bei der Sterilisation werden die Eileiter durchtrennt.

Vorteil:

  • Die Befruchtung der Eizelle wird verhindert.

Nachteil:

  • Das Risiko einer Gebärmutterentzündung und eines Mammatumors steigt. Die Hündin wird nach wie vor läufig mit allen negativen Begleiterscheinungen (wie Blutfluss, aufdringliche Rüden, Paarungsvorgang). Auch die Scheinträchtigkeit kommt weiter vor. 

Hormonelle Läufigkeitsunterdrückung

Die Hündin erhält während der Eierstockruhe eine Hormonspritze. Diese muss für eine durchgängige Verhütung alle vier bis fünf Monate gegeben werden.

Vorteil:

  • Die Begleiterscheinungen der Läufigkeit treten nicht auf. Es handelt sich um keine Operation mit den damit verbundenen Risiken. Die Spritze ist nicht endgültig und die Hündin kann im nächsten Zyklus wieder läufig und trächtig werden.

Nachteil:

  • Die Spritze birgt wie die Sterilisation erhebliche Risiken wie Gebärmutterentzündung, Tumore des Geschlechtstraktes sowie Brustkrebs. Auch Scheinträchtigkeit ist möglich.

 


Verschiedene Störungen

Scheinträchtigkeit

Es kommt immer wieder vor, dass Hündinnen scheinträchtig werden. Diese tritt üblicherweise 4 bis 6 Wochen nach einer Läufigkeit ein, ohne dass die Hündin trächtig ist. Klinische Symptome sind Milchbildung, Nestbauverhalten, Futterverweigerung, Bemutterung von Objekten, aggressives Verhalten etc. Dieser Zustand kann 10 bis 15 Tage anhalten, oder länger.

häufigere Störungen in der Läufigkeit

Die Hündin verhindert die Bedeckung durch den Rüden

  • Der Bedeckungszeitpunkt ist zu früh oder spät gewählt.
  • Senkrecht verlaufende Schleimhautspangen , die beim  Deckakt für Hündin und Rüden schmerzhaft sind.
  • Die Hündin leidet an Erkrankungen des Rückens oder Beckens, so dass ihr das Aufspringen Schmerzen bereitet
  • Die Hündin fühlt sich dem Rüden gegenüber dominant, genießt ihren Heimvorteil oder zeigt besondere Vorlieben für bestimmte Rüden

Die Läufigkeit dauert länger

  • Bei jungen Hündinnen kann durch einen verzögerten oder ausbleibenden Eisprung die Läufigkeit bis zu 7 Wochen dauern.
  • Besonders bei älteren Hündinnen kann es durch Störungen im Hormonhaushalt zu einem Ausbleiben des Eisprungs kommen. Dies hat zur Folge, dass die Folikel weiter Östrogene bilden und die Hündin weiterhin eine Läufigkeits zeigt. Ursachen für die Störungen im Hormonhaushalt kann z.B. eine Schilddrüsenunterfunktion, eine Überfunktion der Nebennierenrinde oder ein Tumor in der Hirnanhangdrüse sein. Auch Eierstocktumore führen zu einer erhöhten Östrogenproduktion. Diese erhöhte Östrogen-Konzentrationen können zur Schädigung des Knochenmarks führen und damit zu einer lebensbedrohlichen Blutarmut. Ebenso sind Follikelzysten für eine anhaltende Östrogenproduktion verantwortlich.

Die Läufigkeit bleibt aus

  • Die Hündin zeigt keine bzw. keine eindeutigen Läufigkeitssymptome (stille Hitze), obwohl das Follikel normal reift und der Eisprung stattfindet. Daher ist die Fruchtbarkeit der Hündin nicht eingeschränkt.
  • Die Läufigkeit ist aufgspalten und erfolgt meist in zwei Wellen. Bei der ersten kommt es zu typischen Läufigkeitszeichen einschließlich eines Wachstums der Follikel. Diese bilden sich jedoch abrupt innerhalb weniger Tage zurück. Nach wenigen Wochen tritt die zweite Welle ein, die dann zum Eisprung und der Fruchtbarkeit der Hündin führt. Die Fruchtbarkeit ist dabei nicht eingeschränkt.
  • Luteinzysten, die nach der Ovulation am Eierstock entstehen, führen zu einer Produktion des Trächtigkeitsschutzhormons. Damit wird eine Läufigkeit verhindert. Die Hündin wird nicht läufig.
  • Organerkrankungen wie die Schilddrüsenunterfunktion verhindern eine Bildung der Follikel. Nebennierenrinden-Überfunktionen führen zu einer vermehrten Kortison-Bildung und damit zu einer Störung im Hormonhaushalt.

Diagnose:

  • Vaginoskopie - Untersuchung der Vaginalschleimhaut
  • Vaginalzytologie - Untersuchung der Zellen des Vaginaltraktes
  • ggf. Blutuntersuchung mit der Bestimmung des Progesteronspiegels (Trächtigkeitsschutzhormon)
  • ggf. Ultraschalluntersuchung von Eierstock und Gebärmutter

Absterben der Föten während der Trächtigkeit

frühes Absterben = Resorption - späteres Absterben = Abort

Ursachen:

  • Infektionen mit Bakterioen oder Virenerkrankungen - Staupevirus, Parvoviurs 2
  • Hormonstörung: Gelbkörperschwäche - Progersteron-Mangel führt zum Fruchttod, häufig erkennbar an kurzen Läufigkeitsintervallen von fünf oder weniger Monaten
  • Folge von Medikamentengaben - z.B. Kortison, Prolaktinhemmer, Prostaglandine intensives Schockerlebnis und Verletzungen des Bauchraums durch Autounfall, Beisserei, körperliche Mißhandlungen - Blutergüsse in der Plazenta / Zerreissung der Gebärmutter führen zum Absterben der Föten
  • physische Ursachen, wie eineVerdrehung der Gebärmutter um die eigene Längsachse - Abschnürung von der Blutzufuhr, Absterben der Föten bis hin zu Gefährdungen des Muttertiers

Häufigere Störungen bei der Geburt

Bei der Geburt muss das Verhalten der Hündin genau beobachtet werden, um Komplikationen schnell zu erkennen. Ist das Allgemeinbefinden deutlich gestört, muss schnell reagiert wrden.

So äußert sich ein Kalziummangel durch Unruhe, Zittern, krampfartiges Zucken. Apathie und Schmerzen weisen auf eine mögliche Gebärmutterdrehung, die glücklicherweise sehr selten ist, oder eine Komplikationen durch Riß im Gewebe hin. Weitere Störungen sind:

Die Geburt ist überfällig.

Ist das Geburtsdatum richtig berechnet und die Hündin tragend, ist eine mögliche Ursache für eine überfällige Geburt, dass die Hündin nur einen Welpen trägt. Dieser schafft es oft nicht, die Auslösung der Geburt alleine auszulösen.

Wehenschwäche

Die Hündin zeigt nur schwache Wehen. Man unterscheidet die primäre und die sekundäre Wehenschwäche.

Die Primäre Wehenschwäche: die vollständige äußert sich durch zu schwache oder fehlende Wehen und zeigt sich bereits vor Beginn der eigentlichen Geburt. Bei der unvollständigen ist die Hündin nicht in der Lage, alle Welpen zu gebären. Mögliche Ursachen:

  • angeborene Störung im Bereich der Gebärmuttermuskulatur

  • Veränderungen durch z. B. zu große Würfe oder einer Verfettung bei übergewichtigen Hündinnen.

Die Sekundäre Wehenschwäche zeigt zunächst normal starke Wehen, die dann aber abebben.
Ursache:

  • Hindernisse im Geburtskanal

Für eine Behandlung ist eine genaue Feststellung der Art der Wehenschwäche wichtig. Daher müssen die Wehen sehr genau in ihrer Stärke und Form beobachtet werden.

Trotz Fruchtwasser-Austritt wird kein Welpe geboren.

Mögliche Ursachen sind eine primäre oder sekundäre Wehenschwäche.

Die Hündin zeigt starke Wehen, aber es wird kein Welpe geboren.

Dies weist auf ein Geburtshindernis im Geburtskanal hin. Ursache dafür können neben Deformationen der Beckenknochen oder Tumoren der Hündin auch im Geburtskanal feststeckende Welpen sein.

Diagnose:

  • Vaginaluntersuchung
  • Ultraschall, möglichst mit Schallung der Herzschlagfrequenz der Föten. Liegen diese unter 150 Schlägen in der Minuten weist dies auf eine eindeutige Stresssituation hin.
  • Röntgenuntersuchung. Die Aufnahmen zeigen, wieviele Welpen es sind und wie sie liegen. Auch Veränderungen im Beckenbereich der Hündin lassen sich erkennen.

 


Die Sexualität des Rüden

Beim Rüden tritt die Geschlechtsreife ca. ab dem neunten Monat ein. Sobald er dann eine läufige Hündin riecht, wird er unruhig, wimmert oder läuft weg und will seinen Paarungstrieb befriedigen. Es kann auch zu Aggressivität oder Abmagerung durch Nahrungsverweigerung kommen. Die Paarungsbereitschaft des Rüden unterliegt keinen zeitlich bestimmten Einschränkungen und er kann seinem Geschlechtstrieb jederzeit nachkommen. 

Es gibt zwei Möglichkeiten, in die Sexualität des Rüden einzugreifen:

  • Kastration

  • Sterilisation

Kastration:

Bei der Kastration werden die Hoden abgeschnitten

Vorteil:

  • Der Hund wird ruhiger, die Aggressivität und der Drang, ständig wegzulaufen, lässt nach. Die Wahrscheinlichkeit einer Prostataerkrankung und einer Vorhautentzündung nimmt ab. Auch dem Hodenkrebs wird vorgebeugt.

Nachteil:

  • Der Rüde neigt nach der Operation zur Fettleibigkeit. Dieser kann mit einer ausgewogenen Ernährung und gezielter Bewegung entgegengewirkt werden.

Sterilisation

Bei der Sterilisation werden die Samenstränge durchgetrennt.

Vorteil:

  • Der Hund kann sich nicht mehr fortpflanzen.

Nachteil:

  • Es können die Hypersexualität und die Aggressivität erhalten bleiben.

 

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Anz. Züchter: 142
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