Fütterungsfehler... und ihre Auswirkungen


Es gibt sicherlich keinen Hundehalter, der seinen Hund wissentlich fehlerhaft ernährt, denn durch falsche Ernährung können das Wachstum und die Entwicklung des Hundes gestört, seine Leistungsfähigkeit herabgesetzt und Krankheitssymptome ausgelöst werden.

Erkrankungen entstehen durch eine falsche unausgewogene Ernährung oder unzureichende Hygiene bei der Fütterung.

Wir stellen Ihnen Lebensmittel mit ihren Wirkungen und Folgen für die Hundegesundheit vor, die Sie

  • auf keinen Fall füttern sollten
  • nur bedingt füttern sollten
  • nur in Maßen füttern sollten 

Im Anschluß finden Sie allgemeine Hinweise:

  • zur Ernährung
  • zur Fütterungshygiene
     

Folgende Nahrungsmittel sind für den Hund unverträglich und dürfen auf keinen Fall in den Futternapf:

Schokolade, Schwarzer Tee, Kaffee etc.

Wirkung: Diese Lebensmittel enthalten Theobromin. 100mg/kg (andere Angaben liegen zwischen 90-250 mg/kgentsprechen einer tödlichen Dosis. Die Hälfte aller Hunde (= 50% Letaldosis) stirbt bei einer Aufnahme von 300mg/kg. Je dunkler die Schokolade, desto gefährlicher ihre Wirkung. Weiße Schokolade enthält 0,009mg/g, Bitterschokolade kann bis 16mg/g enthalten und Kakaopulver sogar bis 26mg/g. Das bedeutet, dass eine 100g Tafel Bitterschokolade z.b. 1,6g Theobromine enthalten kann. Gefährdet sind daher besonders die kleinen Rassen, Welpen und Junghunde. In Ausnahmefällen können bereits schon wesentlich geringere Mengen zum Tod führen oder starke Vergiftungserscheinungen hervorrufen. Die Wirkung tritt nach 2 – 12 Stunden ein.
Mögliche Folgen: Erbrechen, Durchfall, Hyperaktivität, Unruhe, Zitterkrämpfe, Fieber. Herz- und Kreislaufversagen sind die Todesursache.

Avocado

Wirkung: Avocado enthält Persin und ist in hohen Dosen extrem giftig
Mögliche Folgen: Es treten Hustenreiz, Atemnot und starker Pulsanstieg auf. Hochdosiert kann es zu schwersten Herzmuskel Schädigungen kommen, schlimmstenfalls zum Tod.

Rohe Eier

Wirkung: Rohe Eier hemmen die Eiweißverdauung. Das enthaltene Avidin bindet das notwendige Biotin. Außerdem besteht Salmonellengefahr.
Mögliche Folgen: Verdauungs - Störungen, Biotinmangel, Störung des Haar-/ Haut Stoffwechsels, schlechte Fellqualität 

Geflügelknochen / Fischgräten

Mögliche Folgen: Es besteht ein erhebliches Verletzungsrisiko im Rachenraum sowie im Verdauungstrakt. Der Stuhl (Knochenkod) ist steinhart. Darmverschluß, Magen-/ Darmstörungen können die Folge sein. 

Roher Fisch

Wirkung: Mit rohem Fisch wird ein Enzym aufgenommen, das die Fähigkeit zur Vitamin B- Aufnahme reduziert. Durch Kochen wird es zerstört.
Mögliche Folgen: Vitamin B-Mangel. Vitamin-B ist für den Stoffwechsel und die Funktion der Nervenzellen zuständig. 

Rohes Schweinefleisch

Wirkung: Gefahr des Aujeszky-Virus (s. unter Krankheiten / Krankheiten von A-Z)
Mögliche Folgen: Der tödlicher Erreger wirkt innerhalb von 24 bis 36 Stunden.

Zwiebeln

Wirkung: Die Schwefelverbindungen in der Zwiebel greifen die Membran der roten Blutkörperchen an.
Mögliche Folgen: Anämie 

Bohnen, Pommes frites, scharf gewürztes Fleisch

Wirkung: Diese Lebensmittel enthalten schwer verdauliche gärfähige Inhaltsstoffe.
Mögliche Folgen: Es kommt zu vermehrten Blähungen und Abgaben von Flatulenzgasen; Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Magendrehung. 

getrocknete Luftröhrenringe, die nicht der Länge nach aufgeschnitten wurden

Mögliche Folgen: Die Luftröhrenringe können sich über die Zunge stülpen oder im Hals stecken bleiben und Erstickungsanfälle auslösen.

Folgende Nahrungsmittel dürfen nur bedingt in den Futternapf:

Kuhmilch

Wirkung: Es sollte nicht mehr Milchzucker (Lactose) pro Tag gegeben werden als 10 ml /kg Körpergewicht.

Mögliche Folgen: Zuviel Milchzucker verursacht heftige Gährungsprozesse im Darm. Die Folge sind Verdauungsstörungen, Durchfall. Nur bei einer langsamen Steigerung der Ration können die Folgen verträglich gemindert werden.
 

minderwertige Fleischprodukte

Wirkung: Es kann aufgrund der Fütterung mit zu viel knorpeligem, stark bindegewebshaltigen Fleischprodukten zu Eiweißmangel kommen.

Mögliche Folgen: Der Hund magert ab. Die Widerstandsfähigkeit des Organismus gegen Infektionserkrankungen ist vermindert.

Leber - Leberwurstbrot

Wirkung: Die Leber als Entgiftungsorgan enthält viele Schadstoffe und Vitamin A in hohen Dosen. Wird sie zu oft verfüttert, belasten diese den Organismus.
Mögliche Folgen: Es kann zu Vergiftungssymptomen, einer Überfunktion der Schilddrüse und zu zentralen nervösen Störungen kommen

Drops mit Vitamin D (Leckerlis)

Wirkung: Durch ein zu viel an Leckerlis kommt es zur Überversorgung mit Vitamin D. Dies führt zur Calcium-Überdosierung.
Mögliche Folgen: Zu viel Calcium führt zu Kalkablagerungen in Nieren, Herz und Lunge.
 

Folgende Nahrungsmittel sind für den Hund verträglich, sollten aber nicht als Alleinfutter in den Futternapf:

Rohes Fleisch ohne ausreichende Kohlenhydrat-Zugabe
(natürlich kein rohes Schweinefleisch)

Wirkung: Rohes Fleisch ist reich an Phosphat und Calcium.
Mögliche Folgen: Zu viel an Phosphat und Calcium führt zu Stoffwechselstörungen. Dies hat stumpfes Fell, übelriechenden Kot zur Folge. Bei gleichzeitiger Überversorgung mit Eiweiß und Phosphor kommt es zusätzlich zu Versorgungs-Störungen an Knochen und Gelenken.

Katzenfutter 

Wirkung: Katzenfertigfutter hat einen höheren Eiweißgehalt als Hundefutter.

Mögliche Folgen: Bei einer einseitigen Fütterung mit Katzenfertigfutter kommt es zu einer Eiweißüberversorgung. Die Folgen sind Verdauungsstörungen, Biotinmangel, schlechte Fellqualität, eine Störung des Haar- und des Hautstoffwechsels.

Getreide - ohne ausreichende Zugabe von Mineralstoffen und Spuren-Elementen

Wirkung: Getreideprodukte enthalten Phytinsäure. Bei einseitiger Ernährung mit Getreideprodukten senkt diese die Aufnahme von Eiweiß, Calcium, Eisen, Zink und Kupfer aus der Nahrung.

Mögliche Folgen: Es kann unter anderem zu Knochenerkrankungen kommen.
 

Allgmeine Ernährungshinweise

  • Gemüse sollte vor dem Verzehr gegart werden, am besten mit etwas Öl, dann ist es gut verdaulich und ein leckerer Vitaminspender.
  • Die zermörserte Schale der Eier ist ein positiver Kalklieferant. Unzerstoßen und in großen Mengen kommt es zur Verstopfung.
  • Gekochte Eier sind als Nahrungsergänzung empfehlenswert. Nicht mehr als 2 Stück pro Woche.
  • Die Leckerlis müssen zu der täglichen Futtermenge hinzugerechnet werden, denn auch diese können eine gesundheitliche Gefährdung (Defizit oder Überdosierung eines Nährstoffes) bedeuten. Zu viele unbedacht gegebene Leckerlis verschieben dann die Nährstoffversorgung einer ansonst ausgewogenen Ernährung, z.B. überhöhte Vitaminzufuhr durch einen bestimmten Inhaltsstoff. Außerdem schaden zu viele Leckerlis der Linie.
  • Auch die Unterversorgung mit Kohlehydraten belasten den Stoffwechsel, da der Körper versucht den Mangel an Energie mit dem Abbau von Proteinen/Eiweißen auszugleichen. Dies ist eine erhebliche Mehrbelastung für den Organismus.
  • Hunde können Vitamin C in ihrer Leber synthetisieren, brauchen also außer im Krankheitsfall keine Zugabe von Vitamin C.
  • Eine Futterumstellung sollte nicht abrupt durchgeführt werden, da es dann zu Magen-Darmstörungen und Durchfallerkrankungen kommen kann. Besser sollte man überlappend das alte Futter langsam reduzieren und das neue Futter entsprechend stärker geben.
  • Direkt vor einer körperlichen Anstrengung sollte keine Fütterung erfolgen. Es besteht das Risiko einer Magendrehung. Daher sollte der Hund bis zu 2 Stunden nach der Futteraufnahme eine Ruhephase einlegen. Vorbeugend wäre auch die Aufteilung der Tagesration auf mehrere Portionen.
  • Im ersten Lebensjahr sollte bei großwüchsigen Rassen nicht zu eiweißreich und kalorienreich gefüttert werden, da energiereiches Futter die Wachstumsgeschwindigkeit der Knochen fördert. Die Knochen nehmen sonst rapide in ihrer Länge, nicht aber in gleichem Ausmaß in ihrer Festigkeit zu. Dies geht zu Lasten der Tragfähigkeit des Skelettsystems.
  • Bei einem älteren Hund muss daran gedacht werden, dass er aufgrund seines nachlassenden Stoffwechsels in Leber und Niere leichtverdauliche Eiweißbausteine benötigt. Schwerverdauliche Eiweiße verbleiben als toxische Stoffe mit zerstörerischer Wirkung im alten Körper viel länger zurück.

Fütterungshygiene

  • Die Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten wie Salmonellen, Endoparasiten, Viren, Aujeszkysche Krankheit und Transmissibel Gastroenteritis (TGE) ist sehr groß wenn Futterfleisch oder Innereien suspekter Herkunft verfüttert werden. Insbesondere Welpen sollten kein ungegartes Fleisch erhalten, da sie sich mit ihrem noch wenig leistungsfähigen Immunsystem nicht gegen Krankheitserreger wehren können.
  • Feuchtfuttermittel: Hausmannskost, Dosenfutter und eingeweichtes Trockenfutter sollten sofort verfüttert werden, da sie sonst schnell mit patogenen Keimen besiedelt sind.
  • Das Futter sollte nicht zu kalt oder zu heiß verabreicht werden.
  • Die regelmäßige Reinigung des Futter- und Wassertrogs sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

 

Block Statistik

Anz. Hunde: 118009
Anz. Züchter: 160
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