Fütterungsfehler... und ihre Auswirkungen
Es gibt sicherlich keinen Hundehalter, der seinen Hund wissentlich fehlerhaft ernährt, denn durch falsche Ernährung können das Wachstum und die Entwicklung des Hundes gestört, seine Leistungsfähigkeit herabgesetzt und Krankheitssymptome ausgelöst werden.
Erkrankungen entstehen durch eine falsche unausgewogene Ernährung oder unzureichende Hygiene bei der Fütterung.
Wir stellen Ihnen Lebensmittel mit ihren Wirkungen und Folgen für die Hundegesundheit vor, die Sie
- auf keinen Fall füttern sollten
- nur bedingt füttern sollten
- nur in Maßen füttern sollten
Im Anschluß finden Sie allgemeine Hinweise:
- zur Ernährung
- zur Fütterungshygiene
Folgende Nahrungsmittel sind für den Hund unverträglich und dürfen auf keinen Fall in den Futternapf:
Schokolade, Schwarzer Tee, Kaffee etc.
Avocado
Rohe Eier
Mögliche Folgen: Verdauungs - Störungen, Biotinmangel, Störung des Haar-/ Haut Stoffwechsels, schlechte Fellqualität
Geflügelknochen / Fischgräten
Roher Fisch
Mögliche Folgen: Vitamin B-Mangel. Vitamin-B ist für den Stoffwechsel und die Funktion der Nervenzellen zuständig.
Rohes Schweinefleisch
Mögliche Folgen: Der tödlicher Erreger wirkt innerhalb von 24 bis 36 Stunden.
Zwiebeln
Mögliche Folgen: Anämie
Bohnen, Pommes frites, scharf gewürztes Fleisch
Mögliche Folgen: Es kommt zu vermehrten Blähungen und Abgaben von Flatulenzgasen; Es besteht ein erhöhtes Risiko einer Magendrehung.
getrocknete Luftröhrenringe, die nicht der Länge nach aufgeschnitten wurden
Folgende Nahrungsmittel dürfen nur bedingt in den Futternapf:
Kuhmilch
Mögliche Folgen: Zuviel Milchzucker verursacht heftige Gährungsprozesse im Darm. Die Folge sind Verdauungsstörungen, Durchfall. Nur bei einer langsamen Steigerung der Ration können die Folgen verträglich gemindert werden.
minderwertige Fleischprodukte
Wirkung: Es kann aufgrund der Fütterung mit zu viel knorpeligem, stark bindegewebshaltigen Fleischprodukten zu Eiweißmangel kommen.
Leber - Leberwurstbrot
Drops mit Vitamin D (Leckerlis)
Folgende Nahrungsmittel sind für den Hund verträglich, sollten aber nicht als Alleinfutter in den Futternapf:
Rohes Fleisch ohne ausreichende Kohlenhydrat-Zugabe
(natürlich kein rohes Schweinefleisch)
Mögliche Folgen: Zu viel an Phosphat und Calcium führt zu Stoffwechselstörungen. Dies hat stumpfes Fell, übelriechenden Kot zur Folge. Bei gleichzeitiger Überversorgung mit Eiweiß und Phosphor kommt es zusätzlich zu Versorgungs-Störungen an Knochen und Gelenken.
Katzenfutter
Mögliche Folgen: Bei einer einseitigen Fütterung mit Katzenfertigfutter kommt es zu einer Eiweißüberversorgung. Die Folgen sind Verdauungsstörungen, Biotinmangel, schlechte Fellqualität, eine Störung des Haar- und des Hautstoffwechsels.
Getreide - ohne ausreichende Zugabe von Mineralstoffen und Spuren-Elementen
Wirkung: Getreideprodukte enthalten Phytinsäure. Bei einseitiger Ernährung mit Getreideprodukten senkt diese die Aufnahme von Eiweiß, Calcium, Eisen, Zink und Kupfer aus der Nahrung.
Allgmeine Ernährungshinweise
-
Gemüse sollte vor dem Verzehr gegart werden, am besten mit etwas Öl, dann ist es gut verdaulich und ein leckerer Vitaminspender.
-
Die zermörserte Schale der Eier ist ein positiver Kalklieferant. Unzerstoßen und in großen Mengen kommt es zur Verstopfung.
-
Gekochte Eier sind als Nahrungsergänzung empfehlenswert. Nicht mehr als 2 Stück pro Woche.
-
Die Leckerlis müssen zu der täglichen Futtermenge hinzugerechnet werden, denn auch diese können eine gesundheitliche Gefährdung (Defizit oder Überdosierung eines Nährstoffes) bedeuten. Zu viele unbedacht gegebene Leckerlis verschieben dann die Nährstoffversorgung einer ansonst ausgewogenen Ernährung, z.B. überhöhte Vitaminzufuhr durch einen bestimmten Inhaltsstoff. Außerdem schaden zu viele Leckerlis der Linie.
-
Auch die Unterversorgung mit Kohlehydraten belasten den Stoffwechsel, da der Körper versucht den Mangel an Energie mit dem Abbau von Proteinen/Eiweißen auszugleichen. Dies ist eine erhebliche Mehrbelastung für den Organismus.
-
Hunde können Vitamin C in ihrer Leber synthetisieren, brauchen also außer im Krankheitsfall keine Zugabe von Vitamin C.
-
Eine Futterumstellung sollte nicht abrupt durchgeführt werden, da es dann zu Magen-Darmstörungen und Durchfallerkrankungen kommen kann. Besser sollte man überlappend das alte Futter langsam reduzieren und das neue Futter entsprechend stärker geben.
-
Direkt vor einer körperlichen Anstrengung sollte keine Fütterung erfolgen. Es besteht das Risiko einer Magendrehung. Daher sollte der Hund bis zu 2 Stunden nach der Futteraufnahme eine Ruhephase einlegen. Vorbeugend wäre auch die Aufteilung der Tagesration auf mehrere Portionen.
-
Im ersten Lebensjahr sollte bei großwüchsigen Rassen nicht zu eiweißreich und kalorienreich gefüttert werden, da energiereiches Futter die Wachstumsgeschwindigkeit der Knochen fördert. Die Knochen nehmen sonst rapide in ihrer Länge, nicht aber in gleichem Ausmaß in ihrer Festigkeit zu. Dies geht zu Lasten der Tragfähigkeit des Skelettsystems.
-
Bei einem älteren Hund muss daran gedacht werden, dass er aufgrund seines nachlassenden Stoffwechsels in Leber und Niere leichtverdauliche Eiweißbausteine benötigt. Schwerverdauliche Eiweiße verbleiben als toxische Stoffe mit zerstörerischer Wirkung im alten Körper viel länger zurück.
Fütterungshygiene
-
Die Gefahr einer Übertragung von Infektionskrankheiten wie Salmonellen, Endoparasiten, Viren, Aujeszkysche Krankheit und Transmissibel Gastroenteritis (TGE) ist sehr groß wenn Futterfleisch oder Innereien suspekter Herkunft verfüttert werden. Insbesondere Welpen sollten kein ungegartes Fleisch erhalten, da sie sich mit ihrem noch wenig leistungsfähigen Immunsystem nicht gegen Krankheitserreger wehren können.
-
Feuchtfuttermittel: Hausmannskost, Dosenfutter und eingeweichtes Trockenfutter sollten sofort verfüttert werden, da sie sonst schnell mit patogenen Keimen besiedelt sind.
-
Das Futter sollte nicht zu kalt oder zu heiß verabreicht werden.
-
Die regelmäßige Reinigung des Futter- und Wassertrogs sollte eine Selbstverständlichkeit sein.
